Dorothea Brummerloh

freie Journalistin

Frau Doktor, ich will nicht mehr! (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Wenn Ärzte letzte Hilfe leisten

Niemand möchte endlos leiden. Im Fall einer unheilbaren Krankheit könnten sich die meisten Deutschen vorstellen, um Sterbehilfe zu bitten, um in Würde zu gehen. Doch darf ein anderer dabei helfen? 2015 hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das geschäftsmäßig tätigen Sterbehelfern das Handwerk legen sollte. Schwerkranke, Sterbehilfevereine und Ärzte hatten dagegen geklagt – denn “geschäftsmäßig” trifft auch auf einen Arzt zu, der seinem Patienten diese letzte Hilfe leistet. Etwa indem er als Palliativmediziner Opiate verschreibt, die entsprechend dosiert tödlich sind. Nun hat das Bundesverfassungsgericht ein Urteil gesprochen. Wie gehen Mediziner damit um, wenn ein Patient nicht mehr leben will? Lassen sie ihr Gewissen entscheiden? Was können, was dürfen sie tun, um einen sanften Tod zu ermöglichen?

Frau Doktor, ich will nicht mehr. (mp3)

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Religion im Zeichen des Pfaus (SWR 2 Glauben“)

Jesidisches Leben in der deutschen Diaspora

Seit 4000 Jahren lebten die Jesiden in Mesopotamien im heutigen Syrien, der Türkei und dem Irak. Die Angehörigen der monotheistischen Religion verehren den Engel Tausi-Melek, der durch einen Pfau symbolisiert wird. Immer wieder waren die Jesiden Massakern und Zwangsislamisierung ausgesetzt, zuletzt 2014, als der IS tausende ermordete, verschleppte und vergewaltigte. Wer konnte, floh. In der deutschen Diaspora versuchen die ca. 200 000 Jesiden, ihr Trauma zu überwinden, als Volk fortzubestehen und vorsichtig ihre religiösen und sozialen Normen zu verändern.

Religion-im-Zeichen-des-Pfaus (mp3)

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Wenn òra et labora` nicht mehr genügt (SWR 2 Glauben“)

Über Auszeiten vom Klosteralltag

Größere Zuständigkeiten, immer mehr Arbeit, immer Weniger, die mit anpacken- das ist Alltag nicht nur in Pfarreien, auch in Klöstern. Da die anstehenden Aufgaben erledigt werden müssen, fühlen sich Priester, Nonnen und Mönche mehr als Manager und weniger ihrer Berufung verpflichtet. Hinzukommt die Rolle als Helfer oder Seelsorger, die es schwer macht, die eigenen Hilflosigkeit einzugestehen. Aus mangelnder Selbstfürsorge kann ausgebrannt sein, sich „saft- und kraftlos“ fühlen werden, manchmal ein Burnout. Die Antwort aus dem Dilemma findet man in der Bibel: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Auf den zweiten Teil müssen sich die Ordensleute dann wieder besinnen: in einer Auszeit.

Wenn Ora et labora ins Burnout fuehren (mp3)

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Liberal, aber wertkonservativ (BR 2 „Katholische Welt“)

Ahmadiyya Muslim Jaamat

Seit rund 100 Jahren gibt es in Deutschland die Ahmadiyya Muslim Jamaat, eine kleine Gemeinschaft, die im kolonialen Indien aus der sunnitischen Ausrichtung des Islam entstanden ist. Sie erkennt Mohammed nicht als den letzten, sondern als den letzten "gesetzgebenden Propheten" an. Die Hauptströmungen des sunnitischen Islam betrachten die Ahmadiyya als abtrünnige Falschgläubige. Im Ursprungsland, dem heutigen Pakistan, werden die Mitglieder seit den 70ziger Jahren verfolgt. In Deutschland war die Ahmadiyya Pionierin. Sie baute die erste deutsche Moschee 1924, 2013 erhielt sie in Hessen als erste islamische Gemeinschaft den Status eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts.

BR Ahmadiyya Muslim Jaamat (MP3)

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Täter, Häftling, Sohn (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Wenn das Kind kriminell

Das Unheil kam ohne Vorwarnung. Um 6 Uhr morgens wurde Familie Müller aus dem Schlaf und ihrem alten Leben gerissen. Polizeibeamte stehen mit einem Durchsuchungsbeschluss und einem Haftbefehl für den Sohn vor der Tür, stellen die   Wohnung auf den Kopf, nehmen Kleidungsstücke als Beweismaterial mit. Die Eltern bleiben völlig verwirrt zurück. Fragen stellen sich ein, Ängste, Wut, Ohnmacht, Hilflosigkeit.  Nicht nur den Angehörigen von Verbrechensopfern widerfährt unfassbares Leid, auch die Familien vieler Täter nehmen schweren Schaden. Doch statt Trost und Mitgefühl von Freunden, Nachbarn oder Kollegen zu erfahren, sind sie ablehnenden Blicken und dem stummen bis lauten Vorwurf der Mitschuld ausgesetzt. Wie werden Eltern damit fertig, wenn das eigene Kind kriminell ist?

Täter, Häftling, Sohn (mp3)

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Die Rebbetzin (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Powerfrau mit Charme und Köpfchen

An die Ehefrau des Rabbiners werden traditionell hohe Erwartungen gestellt: Gebildet, kommunikativ, gastfreundlich soll die Rebbetzin sein, sich sozial engagieren und ihr Haus stets offenhalten. Gastfreundschaft ist in der jüdischen Kultur ein hohes Gut. Kaum ein Sabbat vergeht ohne Gäste, die ihr Mann mit nach Hause bringt – und wo der Gattin Salomos „Lob der tüchtigen Hausfrau“, gesungen wird. Die „Eshet Chayil“, wie sie auf Hebräisch heißt, opfert sich nicht nur für Mann und Kinder, idealerweise ist sie auch noch erwerbstätig. Im Talmud zählen die Rebbetzins zu den wenigen weiblichen Stimmen, die dort zitiert werden: kluge Frauen mit eigenem Kopf, die mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg hielten. Ein Frauenbild, mit dem die Rebbetzin des 21. Jahrhundert sich gern identifiziert? 

Nicht ohne die Rebbetzin(mp3)

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Rentner, Rollatoren und Rollstühle hinter Gittern. (rbb Kulturradio - „Zeitpunkte“)

Wie Senioren die Justiz in Gefängnissen herausfordern

Sie heißen Rainer, Gunther, Klaus und Martin, sind eigentlich Rentner. Doch statt mit den Enkeln in Garten zu spielen, sitzen sie wegen Totschlags, Mordes, Betrugs oder Bankraubs für mehrere Jahre ein. Auch ältere und erfahrene Menschen begehen Verbrechen und werden zur Verantwortung gezogen. Gefängnisstrafen haben Sinn als Strafmittel, und für die Opfer ist es wichtig, dass Täter, ungeachtet ihres Alters, für ihre Vergehen haften. Der demografische Wandel macht vor den Gefängnistoren nicht Halt - eine Herausforderung für die Justiz.

Rentner, Rollatoren und Rollstuehle hinter Gittern (mp3)

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Geld, Gedenken, Mitgefühl? (rbb Kulturradio - „Gott und die Welt“)

Ein Terrorist rast mit einem LKW in den Berliner Weihnachtsmarkt und tötet 12 Menschen. Auf der Love-Parade werden Besucher zu Tode gequetscht - die Überlebenden und Angehörigen leiden oft lebenslang. Doch schnelle unbürokratische Hilfe bekommen sie selten. Was Opfer von Gewalt erwartet - eine Sendung von Dorothea Brummerloh

Geld, Gedenken, Mitgefühl (mp3)

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Stigmatisierung ist kein Ausweg (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Über den Umgang mit Pädophilie 

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland 250.000 Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Eine Neigung, die sich niemand aussucht, mit der man auf die Welt kommt. Die man aber nicht ausleben darf, weil sie sich gegen das Wohl von Kindern richtet. Nicht jeder Mensch mit dieser Präferenz wird zum Täter. Dennoch kommen im Zusammenhang mit Pädophilen fast reflexhaft Zuschreibungen wie Sexmonster, Kinderschänder: Sperrt sie weg für immer! Seit einigen Jahren gibt es Therapieangebote für Jungen und Männer. Das Ziel: Verhindern, dass sie Täter werden. Und es geht um die Verhinderung von Rückfällen, denn diese Gefahr ist bei pädophilen Tätern höher als bei anderen Missbrauchstätern. Über die Therapie hinaus ist familiäre und gesellschaftliche Unterstützung wichtig, soziale Isolation ist ein großer Risikofaktor. Es geht darum, diejenigen zu stärken, die nicht Täter sein wollen, wie Max und Caspar, die in der Sendung zu Wort kommen. Problematisch bleiben die Pädophilen, die sich keine Hilfe suchen, ihre Neigung ausleben und im Netz mehr oder weniger versteckt agieren.

Stigmatisierung ist kein Ausweg (mp3)

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Tabuthema Suizid - Wie kann ein offener Umgang mit dem Thema gelingen? (Deutschlandradio Kultur „Zeitfragen“)

Suizid begegnet uns, wenn im Familienkreis oder unter Bekannten jemand sich selbst tötet oder es versucht hat. Angehörige geraten nicht selten in die soziale Isolation. Aber müssen wir nicht diesem Menschen Respekt zollen, auch wenn seine Entscheidung eine Absage an die gemeinsame Zukunft war?

Tabuthema Suizid (mp3)

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